Exotische Büffel in der Hauptstadt…

ob das gut gehen kann ? Erfahren Sie in diesem Artikel, warum diese Frage mit einem klaren Ja zu beantworten ist !

Als wir am 5. Mai im Tegeler Fließ unsere neuen Nachbarn begrüßen durften, war die Begeisterung der Anwesenden groß. Nicht nur, dass die Herde vielversprechende Verbesserungen des Landschaftsschutzgebietes bringen sollte interessierte die Bürger, vielmehr ging es um die uns weitgehend fremden Wasserbüffel. “Ortsfremde Tiere hier anzusiedeln, kann das überhaupt gut sein ?“ , fragten sich viele Interessierte. Um jegliche Bedenken beiseite zu räumen, ist es sinnvoll, sich mit der natürlichen Lebensweise und der Anpassung der Wasserbüffel an ihre Umwelt auseinanderzusetzen.

Der Wasserbüffel (lat. Bubalus arnee) ist heutzutage beinahe ausschließlich in domestizierter² Form aufzufinden. Wildtiere hingegen, die in freier Wildbahn leben, sind eine Seltenheit. Obgleich domestizierte Wasserbüffel kleiner und weniger schwer sind, zeigen sie dennoch spezielle Merkmale, durch die sie an ihre natürliche Umgebung angepasst sind.

Wasserbüffel SchaubildDa das Verbreitungsgebiet der Büffel sich auf weite Regionen subtropischer und tropischer Klimazonen ausweitet, bewohnen sie vor allem feuchte Standorte. Man findet sie vorwiegend in offenen Feuchgebieten, Sumpfwäldern und dicht bewachsenen Flusstälern. Um in dem sumpfigen Boden dieser Naturräume Halt zu finden, besitzen sie weit auseinander gespreizte Hufe. Darüber hinaus schützen sie sich vor zu hohen Umgebungstemperaturen, indem sie ausgiebig in Wasser-/ bzw Schlammlöchern baden und sich somit kühlen. Die dadurch entstehende Schlammkruste, die sie bedeckt, schützt die Wasserbüffel vor Insekten und Ektoparasiten³. Der Zugang zu Wasser- und Schattenplätzen ist bei der Haltung von Wasserbüffeln somit unbedingt zu berücksichtigen.

Anhand ausgewilderter Wasserbüffel hat man festgestellt, dass die Tiere gesellig, innerhalb einer Herde von ca. 30 Tieren, leben. Diese wird von einer alten Kuh geführt, wobei Bullen auch als Einzelgänger leben. Jedoch erfolgt die Nahrungssuche in der Herde meist nicht allein. Dabei ernähren sich die Büffel ausschließlich herbivor und fressen verschiedene Gräser der Ufervegetation bis hin zu Blättern von Gehölzen, also  eine große Variation an Pflanzen. Auffällig ist in diesem Zusammenhang die besonders gute Futterverwertung der Wasserbüffel, die es ihnen möglich macht, selbst Futter mit hohem Cellulosegehalt zu verwerten. Ein Büffel nimmt somit täglich im Schnitt ca. 40 kg Grünfutter auf.

Daraus geht hervor, dass der Wasserbüffel optimal zur Landschaftspflege geeignet ist und wirksam in der Strukturierung von Grünflächen eingesetzt wird. Der Mensch erkannte die besonderen Merkmale der Wasserbüffel schon früh und setzte sie als Nutztiere, u.a als Lasttiere bzw. zum traditionellen Pflügen von Reisfeldern im asiatischen Raum, ein.

Heutzutage wird der Wasserbüffel nicht nur zur Erzeugung von Fleisch- und Milchprodukten sondern auch erfolgreich in Landschaftspflege-Projekten eingesetzt. Sie sind durch ihr Verhalten in der Lage, effektiv den Aufwuchs von Gehölzen zu reduzieren, indem sie sich an Stämmen scheuern und junge Gehölze mit ihren Hörnern strukturieren. Zudem schaffen sie durch ihr besonderes Nahrungsverhalten Lebensraum für weniger konkurrenzstarke Pflanzenarten, da sie vermehrt dominierende Bestände abfressen.

Nebenbei schaffen sie durch ihre speziellen Verhaltensweisen noch Verhältnisse, in denen seltene Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum finden. Durch ihr Suhlen und ihre feuchten Trittlöcher bieten sie sowohl Amphibien als auch Insekten optimale Lebensverhältnisse. Selbst die Kotstellen sind wichtige Bereiche für die Eiablagerung von Insekten.

Anhand dieser natürlichen Verhaltensweisen und Merkmale der Wasserbüffel wird deutlich, dass durch die Ansiedlung der Wasserbüffel am Tegeler Fließ in den nächsten Jahren eine sichtbar positive Entwicklung der Flora und Fauna zu erwarten ist.

Und nicht nur das Fließ profitiert, sondern auch die Büffel ! So sieht man sie tagsüber meist ruhend, fressend und in der Herde umher wandernd. Ganz so, wie man sie in freier Wildbahn auch antreffen würde, nur, dass sie keine Fressfeinde zu fürchten haben und sich ihnen eine außerordentliche Auswahl an schmackhaftem Grünfutter bietet.  Demnach: keine Sorge um unsere neuen Nachbarn, sie sind zwar exotisch aber in ihrer Konstitution und ihren Verhaltensweisen bestens an das, im Fließ nun doch mehr beschauliche, “Großstadtleben“  angepasst.

 

Begriffserklärungen: ²: innerartlicher Veränderungsprozess von Wildtieren durch den Menschen ;  ³: Parasiten, die auf den äußeren Oberflächen ihres Wirts leben

2 Kommentare

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