Mythen Götter Büffel (Teil 1)

Wasserbüffel sind sehr friedfertige Tiere und lassen fast alles mit sich machen, auch wenn sie wegen ihrer Hörner und ihres pechschwarzen Felles in einigen Kulturen als bösartige Dämonen oder satanische Spione gelten, wie zB. in der indischen bzw. in der hinduistischen Religion.

 

Mahishasura oder auch Mahisha genannt, geboren mit dem Körper eines Mannes und dem Kopf eines Wasserbüffels war einer dieser bösartigen Büffel-Dämonen. Er war eine Art indischer Minotaurus, nur dass Mahisha viel grausamer dargestellt wurde als der auf Kreta lebende Asterios (Name des Minotaurus, der entstand als sich die Frau von König Minos in einen prächtigen Stier verliebte und sich von ihm begatten lies ). Während Asterios in einem dunklen Labyrinth hockte und auf menschliche Nahrung wartete, sah Mahisha´s Karriere ganz anders aus, doch dazu später mehr. Mahisha wurde oft mit mächtigen Hörnern, blutigen Nüstern und einem wunden versehrtem Körper dargestellt, der so laut schrie, dass es sogar auf dem Olymp gehört werden könnte. Seine blutroten leuchtenden Augen waren kalt wie Eis auch wenn sie wie Magma glühten. Wenn er besonders sauer wurde, dann verfärbte sich das laufende Blut, der Nüstern, in schwarzes heißes Pech was jedem Mann die Haut von den Knochen abriss.

Devi und Mahisha

Mahisha wurde das Schicksal zuteil, zum Feind der Götter zu werden. Er führte ein großes Dämonenheer an und eroberte mit seinen Schergen den Himmelsthron um die Götter aus dem Paradies zu vertreiben. Die Wut der Hauptgötter, war so groß, dass aus ihren Wuttränen eine schreckliche, jedoch schön anzusehende Frau wurde. Ihr Kopf und Gesicht stammte von der wunderschönen Shiva, ihre Arme von dem starken Vishnu, ihre Füße von der leichtfüßigen Brahama, ihre Taille von der eleganten Indra, ihre dicken, langen schwarzen Haare vom Tod, ihre Brüste waren laut den Überlieferungen grösser und praller als die der Mondgöttin, die als schönste Göttin galt, ihre festen Schenkel bekam sie vom Ozean, ihre Hüfte von der Erde und ihre Zehen und Finger von der heißen Sonne die ihr ein gewisses Fingerspitzengefühl verlieh. Die schöne junge Dame wurde Devi genannt. Auf einem entlegenen Berg meditierte sie sehr lange und lebte für eine gewisse Zeit in Askese. Ihre Buße brachte der Erde Frieden und Wohlstand.

Während Devi meditierte und büßte, hatte Mahisha seine schwarzen Armeen in die Berge geschickt. Sie trafen auf die tief meditierende schlanke und schwarze Schönheit Devi und berichteten ihrem Herren von ihrerer überwältigenden Grazie und Feinheit. Jetzt war Mahisha schon sehr lang gereist und auch ein Büffel-Dämon brauch ein Weib. Er zog seine prächtigsten Gewänder an und schmückte seine Hörner mit goldenem Schmuck und flechtete in seinem Bart kleine Glöckchen hinein die mit jedem Schritt leise klingelten. Er ließ sein bestes Schwert schärfen und erneuern. Seine langen Haare lies er waschen und band sie zu einem langen Zopf zusammen, wo ebenfalls kleine Schmuckstücke und Glöckchen hineingeflechtet wurden. Er putze seine blutige Nase und lies seine Wunden schließen. Seine Gewänder waren aus edelster Seide und sie schimmerten im Licht golden. Angekommen auf dem Berg, ging ihm die Puste aus, da er Schwierigkeiten hatte mit seiner immensen Größe das Gleichgewicht zu halten, während er auf den Berg kletterte,  die Haare voller Schmuck und die Hörner glänzten ebenfalls golden und waren mit Diamanten beklebt. Mahisha musste so sehr schnauben dass sein Nasenring sich leicht anhob. So etwas schönes wie Devi hatte er nie zuvor gesehen. Mahisha verliebte sich und hielt um ihre Hand an, doch reagierte sie verächtlich, er müsse erstmal seine Männlichkeit beweisen. Mahisha versuchte vergebens sie einzufangen.

Voller Wut wurde Mahisha grösser die Kleider rissen sich von seinem Leib wie geplatzte Haut. Die Hörner wurden länger und mehrere Diamanten lösten sich und fielen ab. Die Glöckchen klingelten so laut wie nie und fielen ebenfalls ab. Seine langen Haare und sein langer Bart fingen an im Wind zu tanzen und die geflochtenen Haare spreizten sich nun in alle Richtungen. Eitriges Blut fing wieder an zu fließen. Das gestoppte Blut hatte angefangen zu vertrocknen und durch die Wut platzten die vertrockneten Blutbeulen und Eiter und Pech kamen zugleich. Er leckte sich mit seiner Ochsenzunge in den Nasenlöchern und wurde noch wütender, da diese höllisch schmerzten. Es sah sogar so aus, als ob seine Augen jetzt rote Strahlen abgeben würden. Er schlug mit seinem gewaltigen Schwanz auf die Ozeane und wühlte sie auf. Die Erde bebte unter dem Stampfen seiner gewaltigen Füße und seine riesigen Schwarzen Hörner die in die Höhe schossen zerstreuten Die Wolken. Sein Nasenring zerbrach und  fiel ab nachdem er gewaltige Stürme schnaubte . Devi nahm eine schreckliche Gestalt an und stieg auf ihren Löwen, um Mashiha anzugreifen. Doch der wechselte ständig seine Gestalt womit es umso schwerer war ihn zu besiegen, da er immer wieder zu einem neuen Gegner wurde. Devi fesselte ihn, aber er wurde zu einem Löwen. Nachdem sie den Löwenkopf abtrennte verwandelte er sich in einen Mann, sie durchbohrte den Mann, doch der verwandelte sich in einen Elefanten. Als sie den Rüssel abschnitt, wurde Mahisha diesmal zu einem ganzen Büffel. In ihrem Blutrausch, sprang Devi auf seinen Rücken und die Göttin durchbohrte den Büffel mit ihrem Dreizack und trat ihm so heftig auf seinen Nacken, dass der Geist aus dem Maul fuhr. Devi ergriff ihr Schwert und schnitt ihm den Kopf ab. Mahisha konnte nun nicht mehr in den Körper zurück. Der Dämon war besiegt. Mit dem Tod von Mahisha flohen auch seine untreuen und feigen Armeen und die Götter konnten nun zurück ins himmlische Paradies. Seitdem galt Devi als Rächerin und Vernichterin des Büffel-Dämons. und Mahisha soll bis heute noch körperlos durch Lüfte fliegen und sucht verzweifelt nach einem leeren Körper und der Legende nach soll er der Grund sein für die schlimmsten Stürme auf der Welt.

 

Quelle: Mythologie-Götter, Helden, Mythen, von Arthur Cotterel, Parragon Books Ltd

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